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Uhrmacher seit sechs Generationen Wir handeln mit alten Uhren von exklusiver Qualität und Herkunft Alten Uhren von exklusiver Qualität und Herkunft

Glossar

Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe zum Thema Uhren.

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Sägeuhr
Rein durch gewicht getriebene Modelle, bei denen das Uhrwerk mit Zifferblatt durch sein eigenes Gewicht an einer Zahnstange abwärts rückt. Bei den seit dem 17. Jahrhundert hergestellten Sägeuhren sind mehrfach Abwandlungen des Prinzips benutzt worden. Es gibt auch Sägeuhren mit Federantrieb, die an der Zahnstange nach unten geschoben werden müssen, wenn man sie aufziehen will.
Säulensonnenuhr
Eine Gnomon-Sonnenuhr in Säulenform, die die Sonnenhöhe am jeweiligen Datum misst und damit die Stunde anzeigt.
Sackuhren
Sackuhr, das ist die altertümliche Bezeichnung für Taschenuhr. Der Nürnberger Mechaniker Peter Henlein (1480-1542) soll als erster dosenförmige Tischuhren so stark verkleinert haben, dass sie an einer Kette um den Hals getragen oder in der Gewandtasche mitgeführt werden können. Manche seiner Uhrwerke mussten erst nach 40 Stunden wieder aufgezogen werden. Die Erfindung einer eiförmigen Version wird Henlein gleichfalls zugeschrieben.
Sanduhr
Erst nach Erfindung des relativ durchsichtigen Glases im 15. Jahrhundert kammen sie auf, die Zeitmesser aus zwei mit der Öffnung gegeneinander stehende Glasbirnen. Eine bestimmte Menge Blei- oder Marmorsand rinnt von einem Glasgefäß in das andere. In Venedig und Nürnberg, den beiden Städten, in denen Sanduhrmacher mehrfach erwähnt werden, wurden auch Sanduhren mit zwei, drei und vier Doppelgläsern hergestellt, die nebeneinander verschiedene Zeiten angeben können. Eine sehr spezielle Form der Sanduhr ist die Kanzeluhr, die bei Predigten eingesetzt wurde.
Saphirglas
Wertvolles künstlich hergestelltes Glas mit höchster Härte und Kratzfestigkeit (gemessen an an: 9 Mohs), die nur noch vom Diamanten übertroffen wird.
Saphirglasboden
Freie Sicht auf das kostbare Innere: Mit einem durchsichtigen und kratzfesten Saphirglasboden, der den Blick auf die innere Präzision freigibt, erhalten manche stolze Uhrenbesitzer den besonderen Kick; eine dynamische Transparenz muß eben manchmal sein.
Savonette
Die berühmte Savonette, es handelt sich um zumeist flache Taschenuhren mit Sprungdeckel, die vom späten 18. bis in das 20. Jahrhundert hergestellt worden sind. Zifferblatt und Zeiger sind anders als bei der Halb-Savonette nicht sichtbar.
Schablonenuhr
Eine Uhr, deren sämtliche Teile mit Teilen einer anderen Uhr gleichen Typs (Kalibers) ohne Nacharbeit austauschbar sind, was bei den ausschließlich in Handarbeit hergestellten Teilen nicht möglich war.
Schaltrad-Chronograph
Klassischer Chronographen-Typ, bei dem die Start-, Stop- und Nullstellung der Zeiger über ein neun Zahn umspannendes Säulenrad, später auch Schaltrad genannt, gesteuert wird. Die handwerklich sehr anspruchsvolle Fertigung dieser Technik wird heute nur noch in seltenen Fällen durchgeführt. Daher stellen Uhren mit dieser in den 30er und 40er Jahren verbreiteten Konstruktion heute sehr gesuchte Sammlerstücke dar.
Scheinpendel
Das Scheinpendel täuschte die damaligen Besitzer, indem es die Genauigkeit einer Pendeluhr vorgab, ohne deren Technik zu besitzen. Die Erfindung des Pendels 1656 wird Huygens zugeschrieben, der damit eine erhebliche Verbesserung der Ganggenauigkeit erzielt. Zumeist wurden diese Scheinpendel auf der Werksplatine montiert: Der Kloben wurde segmentförmig durchbrochen und auf einen Schenkel der Unruh montierte man eine Scheibe, so dass der Eindruck eines Pendels erzielt wurde. dieser Uhr wurde das Scheinpendel auf die Zifferblattseite verlegt. Die dadurch frei gewordene Rückplatine konnte komplett für Gravuren Verwendung finden.
Scherenhemmung
Die von Louis Amant 1741 entwickelte ruhende Hemmung mit einem Hemmungsrad, das die senkrecht zum Radreifen stehende Stifte trägt, durch die hindurch die hin- und hergehenden „Schere“ geführt wird. Diese Hemmung wird für Präzisionsuhren/Bodenstanduhren angewandt, meist mit Sekundenanzeige.
Schiffschronometer
Auf Schiffen seit dem 17. Jahrhundert mitgeführte Uhren, meist mit Chronometerhemmung und Kardanischer Aufhängung des Werkgehäuses. Benutzt werden Schiffschronometer zur Längenbestimmung auf See
Schlüsselaufzug
Aufzugsart für Taschen- und Großuhren mit Federzugwerk, zum Teil auch bei gewichtsgetriebenen Werken, die von der Zifferblatt- oder Werkrückseite her mit einem separaten Schlüssel mit Innenvierkant aufgezogen werden; auch die Zeiger werden damit verstellt. Der Schlüsselaufzug wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch den Kronenaufzug (Remontoir-Aufzug) abgelöst.
Schlagwerksauslösung
Um die Zeit auch akustisch durch Glockenschläge zu signalisieren, muß das Gehwerk ein Hebelwerk auslösen, das die Räder des Schlagwerks freigibt. Bei den ältesten Uhren löst ein Stift am großen Antriebsrad das Schlagwerk über einen Hebel aus; bei späteren Uhren Auslösung durch Stifte oder einen Stern am Stundenrad oder Viertelrohr. Die ältere Art hat den sogenannten Storchenschnabel, später einen Vorlauf oder eine Warnung, wobei die Räder kurz vorher vorlaufen, damit die Auslösung genau zur richtigen Zeit erfolgt.
Schleppzeiger
Eine Wissenschaft für dich, diese Schleppzeiger, auch Rattrapante genannt. Es handelt sich um ein Bauteil eines Chronographen. Der Zeiger wird dabei mit dem "normalen" Zeiger synchronisiert und so mitgeschleppt. Zum Stoppen der Zeit kann diese Synchronisation vom Benutzer unterbrochen werden, der Schleppzeiger verharrt dann auf der Stelle. Das Uhrwerk mit dem Namen Rattrapante auch früher „Nachspringende Sekunde“ genannt, wurde im vorletzten Jahrhundert von Adolphe Nicole geschaffen. Gegen 1880 entstand das Uhrwerk, bei der die Doppelzeiger-Zange sichtbar über dem Uhrwerk lag. 1922 brachte Patek Philippe eine erste Rattrapante - Armbanduhr auf den Markt. Grundsätzlich können heute Schleppzeiger - Chronographen oder Rattrapante in zwei Gruppen unterteilt werden: Auf der einen Seite gibt es die Uhrwerke (Kaliber) aus eigener Manufakturwerkstatt und zum anderen solche, die auf dem ETA-Werk Valjoux 7750 basieren.
Schleppzeiger-Chronograph
Wie bei der Minutenrepetition stellt die Mechanik des Schleppzeiger-Chronographen eine besondere Herausforderung für die Uhrenkonstrukteure dar. Schließlich gilt es, die Aufgabe zu meistern, zwei Stoppmechanismen in einer Uhr unterzubringen. Das Resultat war ein Chronograph für Hedonisten. Im 19.jahrhundert Jahrhundert wurde der Doppelzeiger-Mechanismus auch „Nachspringende Sekunde“ genannt, noch ohne Nullstellung und im Taschenuhr-Format. Heute kennen ihn die Uhrenliebhaber eher unter dem Synonym Rattrapante. Ein Uhrwerk, bei dem die Nullstellung beider Zeiger möglich war, schuf Adolphe Nicole. Das Wort hat seinen Ursprung in dem französischen Verb „rattraper“, was soviel heißt wie „wieder erhaschen, einholen“. Treffender lässt sich das System nicht übersetzen, erhascht doch der Schleppzeiger, ein zweiter großer Stoppzeiger, nach dem Stoppen einer Zwischenzeit den anderen Stoppzeiger nach dem erneuten Betätigen des Drückers.
Schloßscheibe
Sie enthält das Programm für die Schlagfolge der vollen und halben Stunden, manchmal auch die Viertelstunden. Diese Scheibe ist ein Rad, das außen, der steigenden Stundenzahl entsprechend, immer längere Erhebungen besitzt, die auch jene präzise Anzahl der Schläge steuern. Nachteil der Schloßscheibe ist, daß der Schlag durch manuelles Auslösen nicht wiederholt werden kann. Beim Schlagen dreht sich nämlich die Schloßscheibe weiter, so daß bei jedem erneuten Auslösen des Schlagwerks die folgende Stunde/Schlagzahl geschlagen wird. Beim Aufziehen müssen das Schlagwerk und die Zeigerstellung synchronisiert werden. Das Rechenschlagwerk hat diesen Nachteil nicht.
Zur Kontrolle des Schlossscheiben-Schlagwerks haben Uhren des 16. und 17. Jahrhunderts häufig eine separate Anzeige der zuletzt geschlagenen Stunde auf der Schloßscheibe.
Schlossscheibenschlagwerk
Älteste Form des Schlagwerkes an Räderuhren Beim Schlossscheiben-Schlagwerk wird die jeweilige Schlagzahl an der Schloßscheibe abgetastet.
Schnecke
Sie sorgt für die Übertragung konstanter Kraft auf das Räderwerk. Die Schnecke ist gestaltet wie ein Kegelstumpf. Auf ihrer Oberfläche windet sich schneckenförmig eine Rille. Diese Rille nimmt eine Kette oder Darmsaite auf, deren anderes Ende an der Federhaustrommel befestigt ist. Ist die Feder aufgezogen, hat sie also am meisten Kraft, zieht die Schnecke am kleinsten Durchmesser der Schneckenwindung; ist dagegen die Feder fast entspannt, zieht die Kette/Darmsaite am größten Durchmesser: Die Schnecke gibt so ein konstantes Drehmoment ans Räderwerk weiter.
Schnellschwinger
Das sind Uhrenmodelle mit 28800 oder 36000 Halbschwingungen der Unruh pro Stunde. Sie nennt man Schnellschwinger.
Schnurrollenaufzug
Bei Großuhren oft vorhanden: Dort wird ein eigenes Weckerwerk verwendet, da über eine Schnur aufgezogen wird.
Schraubboden
Hier handelt es sich um einen Boden, der mit einem Gewinde versehen ist. Der wird dann ins Uhrengehäuse eingeschraubt.
Schrauben-Unruh
Der Name sagt wieder alles: Hier besitzt der Unruhreif Schrauben, die jene Masse und damit das Trägheitsmoment der Uhr beeinflussen können.
Schraubkrone
Eine mit dem Gehäuse verschraubbare Aufzugskrone, die für eine komplette Wasserdichtheit sorgt. Unglaublich, aber wahr: Zuerst von Rolex schon 1926 im Oyster-Modell eingesetzt und ein Jahr später bei der Durchschwimmung des Ärmelkanals durch Mercedes Gleitze publikumsträchtig im kalten Meer erprobt. Ein echter Uhren-Hype!
Schwanenhals-Feinregulierung
Die Vorrichtung in Form eines Schwanenhalses für das Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem.
Schwarzwälder Surrer
Die allseits beliebten Schwarzwälder Uhr mit einem speziellen Schlagwerkstypus zum Schlagen der Viertelstunden und vollen Stunden. Der Vorteil liegt darin- diese Uhr benötigt kein eigenes Viertelstundenschlagwerk.
Schwarzwälder Uhren
Im Schwarzwald seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts (!) hergestellte Wanduhren mit Gewichtsantrieb. Anfänglich wurden die Werke fast ausschließlich aus Holz gefertigt, mit der Waag als Gangregler, und besaßen seit etwa Mitte des 18. Jahrhundert fast immer Pendel. Der Kuckuckruf, durch einen Blasebalg erzeugt, wurde schon seit dem frühen 18. Jahrhundert eingebaut und galt seit dem späteren 19. Jahrhundert als der charakteristische Hit für Schwarzwälder Uhren.
Schwingpendeluhr
Die werden oftmals freihängend am Fenster angebracht und besitzen die Form eines großen Pendels, bei denen das Werk mit Zifferblättern auf beiden Seiten die Stelle der Pendellinse einnimmt. So kann die Zeit inner- und außerhalb des Hauses abgelesen werden. Schwingpendeluhren sind vorzugsweise im 19. Jahrhundert angefertigt worden.
Schwingungsdauer
Bei Uhren die Dauer einer Schwingung (Oszillation genannt) von einem Umkehrpunkt zu anderen und wieder zurück in die Ausgangsstellung. Das Sekundenpendel benötigt dazu zwei Sekunden.
Schwingungssystem
Der Gangregler der Uhr, angetrieben durch das Räderwerk, durch den der Ablauf reguliert wird.
Seconde morte
Übersetzt eigentlich die „tote Sekunde“, hier aber heiß es springende Sekunde. Der Sekundenzeiger bewegt sich ruckartig - einmal in der Sekunde – vorwärts. Nicht mehr und nicht weniger.
Sector-Watch
Taschenuhren mit viertelkreisförmigem Zifferblatt. Die Zeiger springen auf den Anfang zurück, sobald sie das Ende der Skala erreicht haben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie häufiger gebaut.
Sekunde
Rein wissenschaftlich betrachtet: Nach der Minute die zweite Unterteilung der Stunde. Durch die Teilung des Tages in 24 Stunden (wobei jede Stunde 60 Minuten und jede Minute 60 Sekunden hat) ist die Sekunde der 86400. Teil eines mittleren Tages und damit astronomisch durch die Rotation der Erde festgelegt.
Sekundenpendel
Dieses Pendel braucht für eine Halbschwingung genau eine Sekunde. Ein Sekundenpendel hat eine theoretische Länge von 99,4 cm bei Normalnull. Auf der Welle des Hemmungsrades sitzt oft ein Sekundenzeiger; er springt bei jedem Anstoß einen Schritt weiter.
Selbstaufzug
Schon 1780 von Abraham Louis Breguet (1747 - 1823) entdeckt, der verbesserte automatischer Aufzug von Taschenuhren nach dem Prinzip des Schrittzählers: Ein an einem Hebel befestigtes und beim Tragen der Uhr auf- und abschwingendes Gewicht zieht über ein Gesperr die Feder auf. In modernen Armbanduhren vielfach verbessert und modernisiert bis hin als Strom-Generator für Quarzuhren.
Signatur
Besonders für Sammler interessant: der auf Werk oder dem Gehäuse angebrachter Name des Uhrmachers, des Gehäusemachers und häufiger des Verkäufers. Signaturen in unterschiedlichsten Formen sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Im 17. und 18. Jahrhundert tragen Uhren eine Signatur, die aber nicht immer eine genaue Datierung ermöglichte, weil der Name oft verschiedene Mitglieder einer Uhrmacherfamilie bezeichnen kann. Schon damals wurden gelegentlich falsche Bezeichnungen angebracht, die einen berühmteren Hersteller vortäuschen sollten.
Skelettierung
Kein Kannibalismus sondern Kunst an der Uhr: Um der Uhr ein filigraneres Aussehen zu verleihen, werden Brücken, Platinen, Zifferblätter und ggf. Rotoren so ausgesägt, daß möglichst wenig Material übrig bleibt und durch Uhrglas und Glasboden ein kunstvolles Ornament sichtbar wird. Besonders aufwendig ist dies bei Chronographen, die über beträchtlich mehr zu bearbeitende Teile verfügen als einfache Uhren. Skelettierte Werke werden oft noch mit feinen Gravierungen und Ziselierungen versehen. Es gibt manuelle und maschinelle und computergesteuerte Skelettierungen.
Skelettuhr
Im späten 18. und im gesamten 19. Jahrhundert vorzugsweise in Frankreich und in England gefertigte Tischuhren unterschiedlicher Konstruktion, bei denen das Werk bewußt sichtbar und einsehbar gelassen wurde. Dies gelang durch die Verwendung schmaler und gefensterter Platinen. Tolle und interessante Einblicke bei teuren Modellen…
Solstitium
Das sind die Tage um die Sonnenwenden (21. Juni und 23. Dezember), an denen die Länge des hellen Tages sich nur noch minimal ändert.
Sonnendeklination
Formel: Die Differenz der Sonnenhöhe zum Äquator, die sich mit jeder Stunde wegen der „Schiefe der Ekliptik“ ändert.
Sonnenuhr
Seit der Antike bekannte Zeitmesser, die bei Sonnenschein die Zeit auf einer entsprechenden Skala anzeigen. Sonnenuhren mit horizontaler Skala werden Horizontalsonnenuhren, Sonnenuhren mit kreisförmigen Ziffernband, das der Äquatorebene entsprechend eingestellt wird, heißen Äquatorialsonnenuhren.
Sonnenwende
Tage mit dem höchsten (21. Juni) und tiefsten (23. Dezember) Stand der Sonne am Mittag.
Souscription
Taschenuhren mit nur einem Zeiger: Sie haben Stunden- und Fünfminuteneinteilung. Um 1800 auf besondere Bestellung und gegen ein Anzahlung (souscription) von großen Meister Breguet hergestellt.
Sperrrad
Ein Rad des Aufzugssystems bei einer Uhr, das die schlagartige Entspannung der Zugfeder verhindert
Spielwerk
Eine Zusatzmechanik bei Uhren, die vom Gehwerk - meist zur vollen Stunde - ausgelöst wird und dann Musikstücke auf Glocken, Pfeifen oder Zungen spielt.
Spindelbrücke
Ein brückenförmiger Träger für das Lager des oberen Zapfens der Spindel einer Spindeltaschenuhr, der häufig aus vergoldetem Messing oder Silber gefertigt und oft kunstvoll ornamental durchbrochen und graviert ist.
Spindelhemmung
Sie ist die älteste, rückfallende aller Hemmungen überhaupt. Abwechselnd greifen die Lappen der Spindel in das Hemmungsrad, das die Form eines Kronrades mit sägeähnlichen Spitzen hat, und lassen es um jeweils einen Zahn weiterlaufen. Spindelhemmungen existieren seit Erfindung der Räderuhr im 13.(!) Jahrhundert. Bis etwa um 1700 ist sie die wichtigste Hemmung für Groß- und Kleinuhren gewesen. Starke Verschleißerscheinungen und große Ungenauigkeit, besonders bei tragbaren Uhren zwangen die Uhrmacher jedoch, solidere Konstruktionen wie die Anker- oder Zylinderhemmung auszutüfteln.
Spindelkloben
Alles andere als klobig: der Spindelkloben ist auf der Rückplatine mit Schrauben befestigt. Die Unruh- oder Spindelwelle hat Ihr Lager im Spindelkloben, die Unruh selbst ist vollständig von ihm bedeckt. Spindelkloben sind die Schmuckstücke des Werkes insbesondere antiker Taschenuhren, die zumeist kunstvoll ausgesägt, graviert und vergoldet sind.
Spindeltaschenuhr
Eben Taschenuhren mit Spindelhemmung…
Spiralfeder
Sie bildet zusammen mit der Unruh das sogenannte Schwingungssystem, bestehend aus einem dünnen Flachdraht, zumeist aus Nivarox-Material.
Spitzzahnankerhemmung
Eine vornehmlich in England während des 19. Jahrhunderts verwendete freie Ankerhemmung, deren Hemmungsrad auffallend spitze Zähne hat. Vorwiegend in Taschen- und Reiseuhren eingebaut.
Springende Stunde
In einem Fensterchen, meist am oberen Rand des Zifferblattes, befindet sich eine Scheibe mit den Stundenziffern, die stündlich springend weitergeschaltet wird.
Sprungdeckel
Vorderer Deckel bei Taschenuhren des 19. und 20. Jahrhunderts, die das Glas schützt und meist auf Knopfdruck aufspringt.
Stackfreed
So bezeichnet man die Federbremse zum Ausgleich der sich verändernden Antriebskraft der Zugfeder. Im 16. und im frühen 17. Jahrhundert war in Nürnberg der Stackfreed gebräuchlich. Er besteht aus einer exzentrischen mit dem Federkern verbundenen Scheibe und einer gegen sie drückenden Stahlfeder. Bei voll aufgezogener Zugfeder wird der Exzenter stärker gebremst, bei ablaufender Feder läßt die Bremswirkung allmählich nach. Die Erfindung wird dem genialen Peter Henlein zugeschrieben.
Staubdeckel
Doppelt gedeckelt schützt besser: Zusätzlicher Schutzdeckel über dem Werk von manchen Taschenuhren. In der zweiten Hälfte des 18. und im 19. Jahrhundert werden Staubdeckel häufig bei englischen Taschenuhren verwendet.
Steigrad
Das Synonym für das Hemmungsrad.
Stellscheibenzeiger
Wichtig für die Feinregulierung einer Uhr: Es geschieht über die Vorrichtung zur Einstellung der Ganggeschwindigkeit. Während die Unruh schwingt, verändert man die wirksame Länge der Spirale (+/-). Dies geschieht durch Verstellen eines Hebels, und zwar des Rücker- oder Stellscheibenzeigers.
Stellung
Die Einrichtung zur Aufzugsblockierung bei Uhren mit Federkraftantrieb. Die Zugfeder wirkt je nach Spannungsrad mit unterschiedlicher Kraft auf das Räderwerk, so dass bei großer Spannung ist die Kraft auch groß und umgekehrt wirkt. Dazwischen gibt es einen kleinen Bereich, in dem die Federkraft relativ konstant ist. Aufgabe der Stellung ist es, die Feder nur in diesem Bereich arbeiten zu lassen, das heißt zu verhindern, daß die Feder ganz aufgezogen wird und vollständig abläuft.
Sternuhr
Das Uhrensystem für den Polarstern und andere zirkumpolare Sterne als 24-stündigen Zeiger.
Stiftenankerhemmung
Bei dieser Ankerhemmung ersetzen senkrecht zum Ankerkörper sitzende Stahlstifte die sonst üblichen Steinpaletten. Die Hebung liegt bei dieser sehr preiswert herzustellenden Hemmung nur auf den Hemmungsradzähnen. Sie wurde 1798 von Louis Perron erfunden. Auch Roskopf verwendete sie häufig in modifizierter Form.
Stiftenhemmung
Die Stiftenhemmung ist der Ankerhemmung ähnlich. Die Zähne des Hemmungsrades wurden bei dieser Art der Hemmung durch senkrecht abstehende Stifte ersetzt. Im jahre 1741 wurde diese Großuhrhemmung von Louis Amant hauptsächlich für Turmuhren verwendet. Lepaute verbesserte sie überdies 1753, Vétrité entwickelte sie 1832 weiter. Auch für Taschenuhren wurde diese Hemmung von Bazile-Charles Le Roy, Tavan und Robin verwendet, ohne sich bei Kleinuhren durchzusetzen.
Stilus
Siehe Gnomon: Stilus, der Stift, in diesem Zusammenhang handelt es sich um den Schattenzeiger: Dieses „Instrument“ in Form eines in den Boden gesteckten Stabes diente als Schattenwerfer bei der antiken Sonnenuhr.
Stoßsicherung
Elastisch gelagerte Steinlager der Unruhwelle sorgen dafür, daß deren Zapfen bei Stößen und beim Herunterfallen der Uhr nicht zebrechen. Die gebräuchlichste Stoßsicherung ist heute der Incabloc, eine weitere der sogenannte Kif-Flector.
Stockuhr
Seit etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts gefertigte, ursprünglich auf einer Konsole stehende federangetriebene Uhre. Ihr meist frugales Holzgehäuse ist fast immer vorne verglast. Stockuhren besitzen regelmäßig ein Schlagwerk und häufig noch zusätzliche Indikationen. Sie waren für etwa zwei Jahrhunderte der meist gekaufte Uhrentyp, ihre Gehäuseform hat sich in dieser Zeit weniger als ihr Styling geändert.
Stoppsekunde
Durch Herausziehen der Aufzugskrone wird die Uhr angehalten und kann so sekundengenau eingestellt werden.
Stoppuhr
Assoziert man sogleich mit Sport:, dieses Zeitmeßgerät zum Messen von Zeitintervallen zwischen Start und Stopp. Kennzeichnend für die Stoppuhr ist, daß die Vorgänge Start, evtl. Zwischenstopp (Additionsstopper), Stopp und Nullstellung nacheinander erfolgen.
Storchenschnabel
Ein kleiner Kipphebel an der Schlagwerksauslösung, der nach Auslösung des Schlagwerks durch einen Stift an einem Rad des Gehwerks zurückfällt und bewirkt, daß nach der erfolgten Stundenzahl das Schlagwerk wieder arretiert wird. Es ist dies die älteste Art von Schlagwerksystem. Die Schlagwerksauslösung erfolgt schleichend, ist jedoch nicht so exakt.
Stundenrad
Stundenrad und Stundenzeiger sitzen auf einem Röhrchen. Dieses Rad dreht sich einmal in zwölf Stunden, bei manchen astronomischen Uhren in 24 Stunden.
Stundenwinkel-Uhr
Von keinem geringeren als Charles Lindbergh entworfener Uhrentyp, der unter Zuhilfenahme eines Sextanten, des Nautischen Almanachs und des Zeitzeichens aus dem Radio eine präzise Bestimmung des Stundenwinkels von Greenwich, also der geographischen Länge ermöglicht. Diese Uhr wurde von Longines realisiert und ist gegenwärtig als Nachbau des historischen Originals sowie in kleineren Größen erhältlich.
Stutzuhr
Stutzuhr oder Stotzen nennt man seit dem 16. Jahrhundert eine Uhr, deren Antrieb innerhalb des Uhrwerkes liegt, das heißt, eine mit Feder betrieben Uhr. Gegenüber Gewichtsuhren ist ihr Gehäuse niedriger, kürzer, eben gestutzt. Zifferblatt, Werk und Gehäusekasten bilden hier die Einheit. Stutzuhr ist ebenso eine seltenere Bezeichnung für die Stockuhr.
Swiss made
Klingt und kommt immer gut: Als Schweizer Uhr gelten Uhren, deren Werk in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt, reguliert und vom Hersteller kontrolliert worden ist, ferner wenn es mindestens 50% aller Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation enthält (dem Wert nach gerechnet), und es in der Schweiz der dort geltenden technischen Kontrolle unterliegt.